In Ergänzung zum Fachbeitrag: „Alles, was wir nicht verstehen, beherrscht uns“

26. Juni 2017 Norbert W. Schätzlein Allgemein

Der Titel dieses Fachbeitrags wurde von mir über ein halbes Jahr im Bekannten- und Freundeskreis diskutiert, bevor er hier im Personaler-Blog eingestellt wurde.

Meist ließ sich regelrecht beobachten, wie die Personen erst mal darüber nachzudenken begannen und der Kopf rauchte. Ein „hm“, „ah“ und „Moment mal“, waren so die gängigen Begleitumstände einer ersten Begegnung mit diesem vielleicht doch ungewöhnlichen Titel.

Dann kamen hin und wieder Fragen auf wie: „Was meinst Du mit beherrschen?

Ja, das ist die entscheidende Frage. Von etwas „beherrscht“ werden, meint, dass uns die Dinge nicht immer transparent bzw. offensichtlich sind/erscheinen.

Mal denken wir nicht weiter darüber nach, was uns so im Alltag begegnet. Kommt uns wer „blöd“, landet das jeweilige Ereignis in einer sich auftuenden geistigen Schublade und ist versorgt und abgehakt. Kommt es zum Konflikt, liegt es an unserem Temperament und/oder Tagesverfassung wie wir damit umgehen: aufwallende Emotionen, Konflikteskalation, Konfliktschlichtung, etc. Was auch immer sich in uns abspielt bewusst wie unbewusst, Unverstandenes kostet Energie und je nach Grad der Intensität des Erlebten: Lebensenergie.

Ganz anders hingegen verhält es sich mit all dem, womit wir souverän umzugehen wissen, wofür wir Verständnis, Bewusstsein oder eine Antenne ausgeprägt haben.

Ein ganz einfaches Beispiel ist die Lebenserfahrung, die es mit sich bringt – wohlgemerkt bei einem reflektierenden Gehirn – und uns bei wiederkehrenden Ereignissen, Begegnung und Vorfällen sagen lässt: tja, das kommt mir irgendwie bekannt vor bzw. damit weiß ich umzugehen. Vertrautheit ist wenig energieaufwendig und erleichtert uns das Leben.

Machen Sie sich folglich rechtzeitig vertraut mit dem, was Potenzial hat ein Energiedieb zu sein.

Beispiel: Menschenkenntnis (dazu siehe AURIS®-Persönlichkeitsprofil bei www.siris-systeme.de), Medienkompetenz (dazu gehört insbes. die Fähigkeit Quellen zu recherchieren und die Fähigkeit sich die Frage beantworten zu können, ob nicht das Gegenteil des Gehörten/Gesagten die Wahrheit sein kann?), Erfahrungen reflektieren (vor dem Einschlafen den Tag Revue passieren lassen und für alles Positive sich bedanken), etc.

Ein gutes Leben ist ein selbstbestimmtes Leben.

Und das wünsche ich Ihnen von Herzen

Norbert W. Schätzlein, Tel. 0751-791100

P.S.:

Das Nichtverstehen kann auch – nämlich instrumentalisiert – zur Waffe werden.

Wird Wissen einseitig zurückgehalten, entsteht eine Wissensasymmetrie mit dem Potenzial für „gute Geschäfte“ (ganz viele Geschäftsmodell basieren da drauf, z.B. Verkauf gebrauchter Güter mit versteckten Mängeln, etc.). Oder Menschen verfallen Glaubenssätzen und verrennen sich in Ideologien, also jener Ordnung auf Kosten des Weiterdenkens (Dürrematt, Friedrich), die geeignet sind Fronten zwischen Menschen aufzubauen, die nicht entstanden wären, würde man Wort und Wissen nicht für intentiöse Propagandazwecke missbrauchen. Unter der Signatur der Wissensasymmetrie müsste man Gesprächspartner regelmäßig fragen, woher sie ihr Wissen haben bzw. auf welchen Wissensstand sie sind? Das gibt lustige Gespräche …


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