Keine Angst vor der Globalisierung dank kulturbedingten Alleinstellungsmerkmals

7. September 2011 Norbert W. Schätzlein Allgemein

Wenn der Westen auf den Osten trifft, bestimmt die schiere Masse die Zukunft auf diesem Globus. 60% der Weltbevölkerung asiatischer Herkunft (4 Mrd. Menschen) auf der einen Seite und gerade mal 730 Mio. Menschen aus dem europäischen Kulturkreis (je nach geografischer Eingrenzung) bzw. 455 Mio. Nordamerikaner auf der anderen Seite.
Bilden wir mit dem Vergleich der Hochschulabgänger pro Jahr bei den Ingenieurwissenschaften eine zweite Verhältniszahl. Hier stehen 600.000 Chinesen gerade mal 1/15, also beängstigend wenige 41.000 „Langnasen“ in Deutschland gegenüber. Und dennoch wird hier die These vertreten, dass Sorgen wegen eines drohenden Jobverlusts unbegründet sind; weder heute, noch in der Zukunft.
Es stehen sich nämlich auch zwei grundverschiedene Denkrichtungen mit tiefer Verankerung im sozialen Bewusstsein gegenüber.
Für den chinesischen Raum prägend ist der Konfuzianismus (etwa seit 500 v. Chr.), dem die Vorstellung zugrunde liegt, dass der Einzelne der Gemeinschaft, dem Gemeinwohl dient.
Die Wuzeln westlichen Denkens und Handelns reichen weit zurück, in der frühen griechischen Antike und bei den ältesten noch erhaltenen Kulturschriften, den Epen Homers von der Ilias und der Odyssee (etwa 700 v. Chr.). Wenn ein selbstbewusster Odysseus spricht: „Ich bin Odysseus“, wird erkennbar, dass hier ein sich selbst bewusster Menschentyp nach Verwirklichung strebt. Dieser kleine geschichtliche Exkurs in die Geschichte der Kulturen hat bis auf den heutigen Tag tiefgreifende Auswirkungen.
Chinesen sind bestrebt die Harmonie in den Vordergrund zu stellen mit Auswirkung auf ihre Arbeitsweise, die Kritik im Wortschatz kaum führt. Ganz anders ein Europäer, der selbstzentriert die Dinge ungeschminkt beim Namen nennt und das Ergebnis einfordert zum Preis anderweitiger Befindlichkeiten bei Kollegen. Während ein Asiate ein Sowohl-als-auch kennt, denken Menschen westlicher Prägung gerne in Entweder-oder-Schablonen. Solchermaßen grundverschieden hat alles seine Vor- und Nachteile.
Ohne die Denkart fernöstlicher Prägung zu schmälern, sie hat ganz im Gegenteil viele Vorzüge und soll hier keiner billigen Wertung unterliegen, existiert aber im Westen ein Selbstverständnis, das dazu führt, dass der eingeforderte Qualitätsanspruch bis zur Perfektion reicht, die Entscheidungswege schnell und ohne zeitraubendes Palaver und Hierarchiedünkel funktionieren sowie ein Grundverständnis von der Gleichheit und Würde der Person Allgemeingut darstellt. Mit diesen Tugenden kann man auf Jahrzehnte hinaus im wirtschaftlichen Kontext punkten. Quod erat demonstrandum – was zu beweisen war.

In Abwandlung des Kinderreims vom schwarzen Mann: Wer fürchtet sich vor der gelben Gefahr? – Und wenn sie aber kommt?! – Dann werden wir bestehen! – Und laufen auch künftig nicht davon.

Autor: Norbert W. Schätzlein

Wettbewerbsfähigkeit Globalisierung Ingenieure,

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