Management by Mr. Spock

5. August 2013 Norbert W. Schätzlein Leadership

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Wenn Sie Mr. Spock nicht kennen, dann ist auch die Filmserie  (Star Trek) für Sie eine Unbekannte. Gut, eine Bildungslücke ist Unkenntnis hier gerade nicht, es kann aber auch nichts schaden sich mit dieser Kultserie im Rahmen von Managementfunktionen zu beschäftigen.
Ein paar Worte vorab für diejenigen, die nicht mit dieser Science-Fiction-Serie groß geworden sind bzw. die aktuellen Wiederholungen verpasst haben.
Die Serie hatte ihr Debüt 1966. Das Budget war stets unzureichend, worunter die Ausstattung litt. „Star Trek“-Erfinder, Gene Roddenberry, zog den roten Faden über die Entdeckung neuer Welten im 23. Jahrhundert in friedliebender Absicht. Waffengewalt war in dieser Science-Fiction-Serie stets der Verteidigung vorbehalten.

brillante Darsteller und neue Ideen kompensieren Low-Budget-Produktion
Von Anfang an prägten markante Schauspielercharakteren das Handlungsgeschehen:
Raumschiff-Kapitän James T. Kirk, Wissenschaftsoffizier Commander Spock, Chefarzt Lt. Cmdr. Dr. Leonard McCoy, Chefingenieur Lt. Cmdr. Montgomery Scott und die einzige Frau im Quintett, Kommunikationsoffizier Lt. Nyota Uhura.
Die Serie, die ein Millionenpublikum fand, war für viele Menschen Inspirationsquelle für verschiedenste wissenschaftliche Erfindungen. Star Trek stand Pate für Motorolas Klapp-Handy, beeinflusste zahlreiche Computerentwickler und bescherte uns in Anlehnung an Pille’s minimal-invasiver Technologie Instrumente wie das „Cybermesser“.
Nur die Aufforderung Captain Kirks an den Chefingenieur: „Beam me up Scotty“ hat bis dato noch keine greifbaren Erfolge gebracht. Zwar forscht in Österreich Prof. Anton Zeilinger an der Quanten-Teleportation von verschränkten Photonen. Aber für eine bewegungslose Reise von Menschen von A nach B reicht das bislang noch nicht.

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Intellekt versus Gefühl
Mit dem spitzohrigen Wissenschaftsoffizier Spock (er ist halb Mensch und halb Vulkanier) besitzt die Star-Trek-Crew einen ausgesprochen intellektgesteuerten Offizier auf „Höchststand“ 1). Nichts was er nicht analysiert, auf Logik untersucht und rational begründet. Sein Counterpart ist der Arzt McCoy, der Gefühlen eine besonders hohe Bedeutung beimisst und damit häufig mit Spock in Konflikt gerät.
Als Entscheider hat Captain Kirk damit zwei extreme Berater zu seiner Seite. Er versteht es gekonnt zu vermitteln und die beste Lösung für sein Raumschiff zu finden.

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Balance statt Extreme als Führungsqualität
Nach dem Führungsverständnis dieser Filmserie hat also weder die kopfgesteuerte Variante menschlichen Denkens die Führung des Raumschiffs inne, noch deren emotionale Gegenseite in der Person von Pille. Das Idealbild von Führung steht vermittelnd zwischen beiden Extremen und findet in der Person von Captain Kirk einen geeigneten Protagonisten.
Führungskompetenz braucht demnach beides: Kopf und Bauch.

Gehirnforschung bringt es ans Licht
Die Neurobiologie weiß seit einigen Jahren, dass eine rein kopfgesteuerte Führungskraft nicht automatisch die besten Entscheidungen trifft.
Wer Handlungsentscheidung trifft, also hier Captain Kirk, für den muss, was uns Vernunft und den reinen Verstand rät, auch emotional akzeptabel sein, also „in unsere vergangene emotionale Erfahrung hineinpassen“. 2).
Es scheint sogar so zu sein, dass zügige Entscheidungen Emotionen bedingen. Wo diese fehlen, befindet sich die Führungskraft in einer Art Endlosschleife von analytischen Wenn-Dann-Verknüpfungen und Ja-Aber-Restriktionen, ohne zeitnah sich entscheiden zu können.

Verstand + Emotion als praxisbewährte Kombination
Im Rückblick auf ein sehr erfolgreiches Berufsleben schreibt Louis V. Gerstner, Jr., CEO von IBM von 1993 bis 2002, in seinem Buch: Wer sagt, Elefanten können nicht tanzen?:
„Ich glaube, Manager auf allen Ebenen einer Firma sollten sich darum bemühen, die emotionale Seite ihrer Führungsfähigkeiten zu entwickeln.“ 3)
Ohne die weichen Faktoren sozialer Intelligenz und Kompetenz scheint es also auf Dauer in Führungsetagen nicht zu gehen. Spock allein ergibt noch keinen Raumschiffkommandanten.

Norbert W. Schätzlein

Quelle:
1) Rammstedt, Otthein (Hrsg.): Georg Simmels Philosophie des Geldes, Aufsätze und Materialien, 1. Aufl., Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 2003, S. 145
2) Roth, Gerhard: Wie unser Gehirn Entscheidungen trifft, http://www.zfu.ch/service/fartikel/fartikel_03_jub.htm, Stand: 04.08.2013
3) Gerstner Jr., Louis V.: Wer sagt, Elefanten können nicht tanzen? Der Wiederaufstieg von IBM, Aus dem Amerikanischen von Nrobert Juraschitz, Klaus Kochmann, Ursula Pesch und Peter Torberg, 2. Aufl., München: Deutsche Verlags-Anstalt, 2003, S. 267

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