Fachkräftemangel – nützt er uns sogar?

15. Februar 2012 Norbert W. Schätzlein Recruiting

Auf Einladung von Herrn Norbert W. Schätzlein ist Herr Jürgen Schatz, vom Geschäftsbereich Weiterbildung der IHK Bodensee-Oberschwaben in Weingarten www.weingarten.ihk.de zu Gast auf dem Personaler-Blog. Aus den täglichen Gesprächen mit unterschiedlichsten Unternehmen sowie mit dichtem Ohr am Arbeitskreis Personal, dessen Leitung Herr Schatz inne hat, hören bzw. lesen wir von ihm zur Entwicklung am Arbeitskräftemarkt, insbes. bei höher qualifiziertem Personal. Daraus ergeben sich Erkenntnisse für die Dringlichkeit und Wichtigkeit von gezielten und systematischen Personalentwicklungsmaßnahmen. Herr Schatz bedient sich im Übrigen auch in seiner Funktion als Führungskraft verschiedenster Personalentwicklungsmaßnahmen, wozu auch das Mitarbeiterjahresgespräch auf SIRIS-Feedback-Basis gehört.

Herzlich willkommen Herr Schatz zu:

Fachkräftemangel – nützt er uns sogar?
Der Begriff des Fachkräftemangels entwickelt sich langsam zum Un-Wort. Zum einen hört und liest man sehr widersprüchliche Aussagen – und der Begriff muss inzwischen für nahezu jede Fehlentwicklung im Personalbereich herhalten.

Dass das Thema der Fachkräftegewinnung insbesondere in der Region Süddeutschland – speziell Bodensee-Oberschwaben – zum Kernthema wird, zeigt auch die Themenpriorisierung des Arbeitskreis Personal: „Mitarbeiterbindung – Arbeitsmarkt – Personalmarketing“ steht nach einer Arbeitssitzung für 2012 ganz oben auf der Agenda, gefolgt von HR-Prozessen sowie der Entgeltoptimierung inkl. Sozialleistungen.

Brisante Situation im Ländle
Der Fachkräftemonitor der baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern ist zusätzlich ein Instrument, um die die sich abzeichnende Entwicklung nachvollziehen zu können. „Der Fachkräftemonitor kommt zu dem Ergebnis, dass zwischen 2011 und 2025 jährlich im Durchschnitt rund 8.600 Fachleute in der Region Bodensee-Oberschwaben fehlen werden, um die Nachfrage der Betriebe zu decken: Etwa 1.100 akademische und gut 7.500 nichtakademische Fachkräfte.“, so Bettina Wolf von der IHK in Weingarten. Das macht deutlich – es wird nicht nur schwierig, hochqualifizierte Akademiker zu gewinnen. In Regionen mit einer hohen Fertigungstiefe werden die Facharbeiter knapp – die Zahlen belegen es.

Die Uhr tickt
„Ab dem Jahr 2020 wird die demografisch bedingte Schrumpfung des Fachkräfteangebots spürbar werden. Bis 2025 wird es sich um rund 2,5 Prozent verringern. Ohne die Erhöhung des Renteneintrittsalters durch die Rente mit 67 droht ein Rückgang des Angebots um bis zu 19.000 Fachkräfte (9,5 Prozent)“, ergänzt Bettina Wolf (vgl. www.weingarten.ihk.de, Dokumenten-Nr. 45113).

Mehr denn je gilt es daher, nicht nur dauerhaft und konsequent nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Ausschau zu halten, sondern sich auch stärker um das interne Potenzial zu kümmern. Perspektiven entwickeln ist daher ein wichtiges Motto. Besonders ist auch darauf zu achten, dass Perspektive nicht automatisch Führungsaufgabe bedeuten muss. Auch Spezialistenfunktionen bieten häufig interessante Entwicklungsmöglichkeiten. Daher wird eine Aufgabe der nächsten Jahre auch sein, stärker in die Unternehmen hineinzuhören, die unternehmerischen Ziele noch stärker mit den Mitarbeiterzielen abzustimmen und diese auch ernst zu nehmen.

Allerdings soll hier kein falscher Eindruck entstehen: „der Schwanz soll nicht mit dem Hund wedeln“, aber: die Selbstmotivation der Mitarbeiter setzt voraus, dass sich diese Ernst genommen fühlen. Nicht jeder Wunsch muss in Erfüllung gehen, nicht jedes persönliche Ziel muss sich umsetzen lassen, wenn durch ein qualifiziertes Feedback (regelmäßiges Mitarbeitergespräch) die Gründe der Ablehnung oder Nichterreichen transparent und nachvollziehbar erläutert werden. Es gilt dann aber, neue Ziele und Perspektiven zu entwickeln.

Nichts ist so schlecht, dass es nicht doch für etwas gut ist
Insofern könnte man auch eine sehr provokative These aufstellen: der Fachkräftemangel trägt nun dazu bei, sich intensiver miteinander auszutauschen, Potenziale stärker zu erschließen und mehr „Gemeininteresse“ zu entwickeln.
Wann handeln Sie?   Fachkraft-zwei-Personen-2012

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