Instrumente der Personalauswahl: das Stressinterview

7. September 2011 Norbert W. Schätzlein Recruiting

Stellen Sie sich vor Sie sind ein Bewerber und befinden sich in einem Vorstellungsgespräch. Das hat mit Smalltalk angefangen, führte über die Präsentation des Unternehmens zu Fragen nach Ihrem Lebenslauf und plötzlich verändert sich die Gesprächsatmosphäre unerwartet und in eine unbekannte schroffe Richtung. – Willkommen im Stressinterview.
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Auf Ihre Antwort nach einer x-beliebigen Frage, folgt eine erste Nachfrage. Auch auf diese Antwort werden Sie mit einer gezielten weiteren konfrontiert. Jede Antwort führt zu weiteren Nachfragen, bis Ihnen ganz komisch, um nicht zu sagen schwindelig wird.
Schon vom lesen kann man sich sichtlich unwohl fühlen, doch das ist gewollt. Sie werden jetzt auf Ihre Belastbarkeit und Stressresistenz überprüft. Die Fragen, meist W-Fragen, also warum, weshalb, wieso, etc., können zu Provokationen werden, um in Erfahrung zu bringen, wie stabil Ihr Selbstbewusstsein ist.
Das Stressinterview kommt in verschiedenen Varianten vor, z.B. mit der Setzung von Spielregeln, wonach nur „Ja“- oder „Nein“-Antworten erlaubt sind und/oder Rückfragen ausgeschlossen sind. Die Technik kann auch in Assessment-Centern (AC) zum Einsatz kommen, dann aber sitzen Ihnen gar mehrere Interviewpartner gegenüber. „Richtig“ angewandt kommt irgendwann jeder Bewerber ins Schwitzen.
Und was nützt es werden Sie fragen und lohnt der Aufwand den Bewerber im Zweifelsfall über diese Interviewmethode zu vergraulen?
Tja, manche meinen sie würden dann den Bewerber gläsern vor sich sehen und seine Widerstandskraft kennen. – Das mag ja alles sein, ist aber keineswegs unumstritten in Fachkreisen. – Hand aufs Herz, wollen Sie wirklich in einem Unternehmen arbeiten dessen Unternehmenskultur sich solcher – auch häufig als unfair empfundenen – Methoden bedient? – In der Tat gibt es einige große Unternehmen, die als Arbeitgeber aufgrund ihrer wirtschaftlichen Stabilität sehr begehrt sind und sich es auch leisten können, dass wirklich selbstbewusste Menschen dem Interviewer mit sachlichen Worten die Grenzen aufweisen und auch in einer schärferen Gangart einfach aufstehen und dem Gesprächspartner für nicht satisfaktionsfähig erklären. – Letztere sind meine Helden.

Autor: Norbert W. Schätzlein

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