Mythos Teamfähigkeit – vom Schlüsselwort zum Reizwort

7. Oktober 2011 Norbert W. Schätzlein Recruiting

Nicht wenige Menschen sagen die Unwahrheit, wenn sie nach ihrer vorhandenen Teamfähigkeit befragt mit einem JA antworten.
Dabei geht das Zauberwort Teamfähigkeit leicht und elegant über die Lippen. Die Wunschvorstellung gelebter Teamfähigkeit wird unreflektiert, quasi als Blaupause für Integrationsfähigkeit verwendet. Jeder weiß: sie ist sozial erwünscht und somit im Repertoire eines jeden Bewerbers. Solchermaßen inflationär in Gebrauch, hat sie sich abgenützt und ist zur reinen Worthülse im Bewerbungsprozess degradiert.

Bei näherer Betrachtung ist die vorgegaukelte Teamfähigkeit so hohl wie ein Schokoladenhase. Sie wurde aber auch nicht als Kultur- und Sozialtechnik trainiert. Das Bildungssystem hat statt Charakterbildung den Wettbewerb, den Konkurrenzgedanken in die Köpfe junger Menschen gepflanzt und sie damit fürs Leben geprägt. Wo soll’s also auch herkommen?

Zum Teil sind die Bekenntnisträger der Floskel Teamfähigkeit soziale Analphabeten, in ihrer Unangepasstheit hilflos bei sozialen Interaktionen. Hingegen ist ihre Egozentrik ausgeprägt; sie haben sich nicht selten auch häuslich in ihrer Spezialistenrolle eingerichtet. Sie verfolgen Ziele, die sie aber für sich behalten und wenn sie mal das Gefühl haben, dass ihnen die Fälle davon schwimmen, zeigen sie sich in ihrer ganzen wadenbeißerischen Pracht.

Die Spannweite der Nicht-Teamfähigkeit reicht von der Unkenntnis der Kommunikations- und Verhaltenstechnik, über die passive Resistenz, bis hin zur aktiven Verweigerung.

Mit solchen Teammitgliedern an Bord werden immer nur die zweitbesten Erfolge erzielt. Spitzenleistungen bleiben aus und werden auch nicht thematisiert, weil der Vergleich erst gar nicht zustande kommt.

Wie lässt sich die Teamfähigkeit im Bewerbungsgespräch und im Mitarbeiterjahresgespräch feststellen?

Wer der Teamfähigkeit auf den Grund gehen möchte, tut dies bei der Einstellung von neuen Mitarbeitern am besten dadurch, dass er nach Beispielen fragt und die Reaktion sorgfältig beobachtet. Relativ spontane, plausible Antworten, könnten ein Hinweis auf Authentizität sein, umso mehr wenn die Augen des Bewerbers nach oben links gehen, als Hinweis, dass visuell erinnerte Erfahrungen abgerufen werden.

Im jährlichen Mitarbeitergespräch sind Fragen zu den Softskills fest verankert. Webbasierte Software-Instrumente z.B. erlauben es hier nach Beispielen zu fragen und diese im dafür vorgesehenen Textfeld zu hinterlegen. Wird die Teamfähigkeit solchermaßen jährlich iterativ thematisiert, stehen die Chancen gut für einen Sinneswandel. Und die Summe solcher kleiner Erfolge kann bei Unternehmen mit mehreren hundert oder tausend Mitarbeitern den EBIT ganz gehörig steigern und das Mitarbeiterklima spürbar verbessern.
Das ist keine Theorie, sondern gelebte Praxis.
Die Entscheidung, ob Teamfähigkeit zukünftig Schlüssel- oder Reizwort ist, entscheiden SIE (mit).

Zu webbasierten Mitarbeiterjahresgesprächen siehe: www.siris-systeme.de
Zum Thema Best-Practice siehe bitte www.siris-systeme.de

Autor: Norbert W. Schätzlein

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