Schau mir in die Augen, Kleiner

9. Oktober 2014 Norbert W. Schätzlein Recruiting

Augenblende-Fotolia

Wenn das Berufsbild von einem erwartet, dass man die Spreu vom Weizen trennen soll, dann wird ein analytisch-kritischer, zu weilen auch skeptischer Blick zur generellen Haltung.
Wenn es für Personaler im Recruiting-Geschäft eine typische Handbewegung gäbe (die älteren Semester unter den Lesern werden sich hier noch an Robert Lemke erinnern), dann könnte es vielleicht der erhobene oder gesenkte Daumen sein. Mal passt ein Bewerber und dann wieder nicht. Mit der Zeit kann dieser, den Menschen duchschauende Blick abenteuerliche Züge annehmen. In Kontakt mit allem und jenen kann man förmlich spüren, was sich so hinter der Stirn eines Personalers abspielt. Der Blick wird stechend, die Frage steht förmlich auf der Stirn, wo der Haken hier wohl ist und ob man ihn herausfinden wird. Authentisch oder Schauspieler, kompetent oder Schaumschläger, wahrhaftig oder verlogen, alles was einem halt so durch den Kopf gehen kann, wenn man Menschen in passend oder unpassend differenziert. Die Methode der Pesonalerinnen, die ja bekanntlich das Personalmanagement zu ihrer Domäne zählen: „Ich schau Dir in die Augen, Kleiner!“ Die Spezies Mann unter diesem Berufsbild kann es ja mit Humphrey Bogart halten: „Ich schau Dir in die Augen, Kleines.“

Zu viel des Guten
Blickkontakt halten hat seine Berechtigung. Doch so mancher Methodenerfolg birgt den Keim des Versagens in sich. So ist es auch hier. Wer die Methode zum Lebensprinzip erhebt, muss sich nicht wundern, wenn die Irritation im Kontakt größer ist als der Auswahlerfolg. Dann setzt das Gegenüber zur Gegenstrategie an, ganz so wie in der griechischen Mythologie, wo man dem versteinernden Blick der Medusa am besten mittels eines Spiegels ausweicht.

Cool down
Bleiben Sie gelassen. Eine Personalauswahl entscheidet sich erfahrungsgemäß meist noch in der Phase des Smalltalks binnen der ersten 3 Minuten; die restlichen vielleicht ein bis zwei Stunden dienen der Verifikation des ersten Eindrucks für den es bekanntlich keine zweite Chance gibt.

Autor: Norbert W. Schätzlein, Ravensburg, 2014, www.siris-systeme.de

Bewerberinterview, Personalauswahl, Personalsuche, Recruiting,


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Powered by WordPress. Designed by elogi.